Sternwelten

Letzte Änderung: 17. Nov. 2008

Astrologie Magazin Sternwelten
 

Dickdarm und Seele

Von Gerhard Miller

Der Dickdarm gehört zur Unterwelt; er repräsentiert die "Katakomben der Seele". Diese unterirdischen Gänge dienten historisch zur Aufbewahrung von Toten; ähnlich ist es mit dem Dickdarm.

Schamanisch betrachtet liegen dort "böse" Erinnerungen, Enttäuschungen, nicht verwundene Entbehrungen und kaum beweinte Kränkungen begraben. Die bekanntesten Erkrankungen des Dickdarms sind chronische Verstopfung, Darmverschluss, Colitis ulcerosa, innere und äußere Hämorrhoiden.

Das in Hämorrhoiden versackte venöse Blut ist ein Korrelat "vergessener Gefühle", chronische Verstopfung und Darmverschluss entsprechen der "emotionellen Stille" nach Wilhelm Reich, die wir im Symptom "Totenstille" beim Darmverschluss (beides Mond-Saturn-Aspekt und/oder Mond in einem introvertierten Zeichen) wieder finden und Darmkrämpfe zeigen oftmals stille Wut gegen eine überlegene Person an (Neptun in 1 und Sonne-Pluto-Aspekt). Der Horoskopeigner ballt die Faust, nur ist die Faust quasi in die Erlebnisebene der Eingeweide verschoben.

Laute Darmgeräusche weisen auf unbewusste Inhalte hin, die nach oben stossen. Es toben sich innere Regungen aus, die so gewaltig sein können, dass sie Gewebe zerstören, wie bei Morbus Crohn. Hier wird Gewalt in eine auto-aggressive Form umgekehrt. Schamanisch ausgedrückt: aufgeblähte Monster in Form hasserfüllter innerer Bilder, Gedanken und Gefühle fristen im Darm ein Schattendasein. Von Zeit zu Zeit rufen sie sich brutal in Erinnerung. Es ist klinisch bekannt, dass der Schub einer Colitis ulcerosa von Wutanfällen, aber auch von Verlustängsten begleitet wird. Im letzten Abschnitt des Verdauungssystems spielen sich also aufwühlende (Uranus in 12) und urgewaltige (Pluto in 12) Prozesse ab. Diese Eruptionen stehen auch mit grosser Angst in tief gelagerten Sedimenten der Persönlichkeit in Beziehung.

Durch den vermehrten Abgang von Darmgasen (medizinisch "Flatulenz") verhindert der Körper seine Selbstvergiftung. Er tritt auf bei Darmkrämpfen, Divertikulitis, Darmverschluss, Blinddarmreizung und Verstopfung. Ein Gifte enthaltender Körper lässt auf einen Patienten schliessen, der zu viel für sich behält. Er hält Emotionen zurück (Mond-Saturn-Aspekt und/oder Mond in einem introvertierten Zeichen), aber auch materielle Ressourcen, was sich in Habgier äussern kann. Die Welt wird durch eine "Brille des Einverleibens" gesehen (Planeten im 2. Feld).

Der Darmpatient gibt Geräusche von sich, die von der Körperrückseite kommen. Ich erinnere mich an die Karikatur auf der Titelseite folgenden Buches: "Die historische Bedeutung des Furzes". Die dort abgebildete Posaune am Gesäss ist für mich ein Posaunen "hinten herum". Der Patient ist nicht in der Lage, geradeheraus sein Anliegen vorzutreten. Sein Selbstwert ist gestört (Neptun in 1 und Sonne-Pluto-Aspekt) und daher weist er darauf hin, es gehe ihm "alles am Arsch vorbei". Wäre er ehrlich, dann müsste er sich als Opfer ohne Gegenwehr darstellen. Die Flatulenz ist auch ein Symptom bei Erkrankungen der Leber, zum Beispiel Hepatitis. Die Leber entgiftet nicht nur, sie ist nach der Akupunkturlehre auch der Sitz der Wut. Leberstörungen sind demnach unter anderem das Ergebnis fehlgeleiteter Wut.

Ich meine, man sollte am Denkschema des Patienten ansetzen. Folgendes kann er sich nämlich nicht vorstellen: 1. Emotionen zu zeigen kann etwas Sympathisches sein. 2. Wenn man laut wird, dann nimmt der Mitmensch das hin und es geschieht kein Unheil. 3. Man kann etwas loslassen oder verschenken und verliert nichts dabei.

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