Das Dominon oder das 8 Häusersystem
Von Patrice Guniard
Logischerweise sollte ich meine Untersuchung der astrologischen Faktoren mit dem Planetensystem (die Gesamtheit aller Planeten) und mit einer Überlegung zum Gebrauch der astrologischen Faktoren beginnen. Allerdings lege ich großen Wert darauf, mit den Häusern zu beginnen, denn diese sind eine deuterisch fundamentale Komponente eines Radix und die Theorie des Dominon ist der originellste Teil meiner Dissertation.
Der gesamte Text entspricht den Kapiteln 15,28,29,30 und 31 meiner Dissertation (1993). Ein Einblick erschien in der Astralis Zeitschrift Nr.2 1987 (Allerdings ist er durch die irrige Verteilung der Sektoren hinfällig). "Das astrologische System der 8 Häuser" war Thema einer Aussendung des CEPI - MAU Kongresses in Angoulême (4-6 Dezember 1992). Die Evidenz der 8 astrologischen Sektoren kam mir im November 1982, und ich erdachte ein erstes Häusermodell im Mai 1985 (ohne zu dieser Zeit historische Wurzeln zu kennen). Diese Onlineversion ist beträchtlich bereichert, insbesondere im historischen Sinne und bezüglich des Häusersystems.
Ich befürworte ein Modell der 8 Orte, welches dem antiken System "octotopos" (8 Orte) recht nahe kommt, dieses ist aus dem 2 Jh. A.D. belegt, ist aber wahrscheinlich älter als die 12 Häuser. Das Haus ist im Ursprung "topos" (griechisch), das heißt Ort, Platz, Stelle. Anders ausgedrückt beziehen sich die Häuser auf eine Problematik des Raumes und nicht der Zeit. Dominon benannte ich dieses Modell, in Bezug auf die Domäne der einzelnen Felder der täglichen Erddrehung und auf das englische Vokabular, das seine Kraft unterstreicht.
Es gäbe nur 8 dank ihrer "Spitzen" zentrierte Häuser und im Sinne der täglichen Bewegung folgende astrologische Häuser (Die Häuser 3,5,8 und 12 und die Zwölfteilung existiert nicht), denn sie stellen die sukzessiven Phasen des scheinbaren täglichen Laufes eines Gestirnes dar. Wahrscheinlich wurden die Häuser im greco-ägyptischen Alexandrien auf den Zodiakus beschränkt und dort entstand das künstliche Gebäude der Analogien (12/12), zweifellos für stundenastrologische Bedürfnisse.
Die semantische Analyse der griechischen sybillinischen Worte für die 12 Häuser belegt ebenfalls eine vorherige Achterteilung und ich glaube die antike ursprüngliche Ordnung wiedergefunden zu haben: hôroskopos, agahos daimôn, mesouranêma, theos, dysis, kakê tuchê, hupgeion und aidou pulê, die Todespforte, die den Tagesablauf beschließt. Ich gab den 8 Häusern weniger mysteriöse und praktischere Namen: Die Kommunikation, die Freundschaft, die Lage, die Harmonie, das Paar, das Wissen, das Geheimnis und der Ruf.
Ich weise darauf hin, daß die Häuser wahrscheinlich nicht diese praktische Bezeichnung, die ich ihnen schließlich gab, aber eher einen ontologischen Sinn besessen hatten: Sie bezeichnen nicht Objekte, Personen oder Alltägliches, sondern die Eigenschaft des Bewußtseins, unsere Umgebung mit je nach Entwicklung größerer oder kleinerer Offenheit wahrzunehmen. An die Häuser denkend, schrieb Kepler "Du wirst nicht Deine Freunde und Deine Frau im Himmel finden..." Schließlich lege ich eine neue Häusermethode dar, welche den Ostpunkt mitberücksichtigt und die Probleme mit den hohen Breiten und den ungleichen Häusern löst.
Inhaltsverzeichnis:
Der Raum: 1. Das vierfach Umgebende der Wahrnehmung 2. Was ist der Raum? 3. Die drei Archetypen des Raumes
Das Dominon: 4. Ursprung des Dominon und Geschichte der 8 Häuser 5. Die Organisation des Dominon 6. Semantik der Gebiete 7. Das Häusersystem 8. Quadriversität und Kulturen
Bemerkung des Heraugebers und Übersetzers: Der 2 Teil erscheint vielleicht. Ohne jemals davor etwas derart umfangreiches übersetzt zu haben, und daher professioneller Übersetzer zu sein, versuchte ich die melodiösen Stimmungen meiner Muttersprache in präzisem und möglichst scharf ausgedrücktem Deutsch zu übersetzen. Bezüglich der Zeichensetzung orientiert sich die Übersetzung möglichst am Original. Deutsche Originalzitate wurden anhand von Exemplaren der Österreichischen Nationalbibliothek in ihrer Originalsprache zitiert. Etwaige dort vorhandene Übersetzungen französischer Texte wurden konsultiert und fanden ebenfalls Eingang. Mein herzlicher Dank für die Mithilfe an der Übersetzung gilt Sabine Weller-Hardt, Dolfi Haag und Philip Schiffmann. Vorschläge und Verbesserungen sind mir jederzeit willkommen.
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Glossar astrologischer Häusersysteme
Astronomische Grundlagen der Häuser
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