Sternwelten

Letzte Änderung: 17. Nov. 2008

Astrologie Magazin Sternwelten
 

Neptun am IC und die vertauschten Kinder

Von Mona Riegger

Der Alptraum aller frischgebackenen Eltern ist in Tschechien wahr geworden. Auf einer Säuglingsstation wurden zwei neugeborene Mädchen vertauscht und den jeweils falschen Müttern in die Arme gelegt. Erst neun Monate später kam der folgenschwere Irrtum ans Licht.

Als ich vor einigen Monaten von diesem spektakulären Fall hörte, dachte ich spontan: da muss Mond-Neptun mit im Spiel sein! Zweifelsohne eine recht dramatische Mond-Neptun-Thematik, denn in den meisten Fällen haben Menschen mit Spannungsaspekten zwischen Mond und Neptun oder mit Neptun am IC, bzw. Mond in 12 mit weniger spektakulären Irritationen in Bezug auf die eigene Mutter oder auf die Herkunftsfamilie zu kämpfen. In diesem Fall lag die Vermutung aber schon sehr nahe, dass sich in den Geburtshoroskopen der Mädchen ein dominant gestelltes Mond-Neptun-Thema finden würde. Nun wurden die Geburtsdaten öffentlich (1) und meine Vermutung bestätigt.

Das erstgeborene Mädchen, Nikola, kam am 9.12.2006 um 3.55 Uhr MEZ in Třebič im Südosten Tschechiens zur Welt. Das zweite Mädchen, Veronika, wurde im selben Kreißsaal 18 Minuten später, um 4.13 Uhr, geboren.

Veronika

Radix Nikola, Radix Veronika

Gleich nach der Geburt bekamen die Mütter, die zufällig den gleichen Vornamen tragen und im selben Jahr geboren sind, ihre dunkelhaarigen Töchterchen in die Arme gelegt und bei beiden klappte auch auf Anhieb das Stillen. Während sich die Mütter noch im Kreißsaal erholten und später in verschiedene Zimmer auf die Wöchnerinnenstation verlegt wurden, brachte man die Kinder zur Säuglingsstation, um sie dort weiter zu versorgen. Um 7 Uhr, Lilith kulminierte soeben am MC, geschah das Unfassbare. Den Müttern wurden die falschen Töchter in ihre Zimmer gebracht und keinem fiel die Verwechslung auf. Den Säuglingen wohl schon, denn beide verweigerten ab sofort die Brust und ließen sich eine zeitlang partout nicht mehr stillen. Auch einem Vater war aufgefallen, dass etwas nicht stimmen konnte. Das Geburtsgewicht „seines Kindes“ differierte um fast ein Kilo zum per Ultraschall errechneten Gewicht kurz vor der Entbindung. Er sprach sogar eine Schwester darauf an, mit der Frage, ob hier eine Verwechslung vorliegen könne, was diese aber rigoros verneinte. So nahm das Schicksal seinen Lauf und die Eltern nahmen vertauschte Kinder mit nach Hause.

Je älter Nikola wurde, umso misstrauischer wurde jedoch die Großmutter väterlicherseits. So wie Nikola hätte noch kein Kind in ihrer Familie ausgesehen. Sie beschwor ihren Sohn einen Vaterschaftstest machen zu lassen, denn dieses Kind könne unmöglich von ihm sein. Heimlich, ohne Wissen der Mutter, veranlasste er einen DNA-Test in den USA und bekam den Bescheid, dass eine Vaterschaft ausgeschlossen sei. Um die Vaterschaft in Tschechien annullieren zu lassen, wurde aber der Test aus den USA nicht anerkannt. Beide Eltern mussten sich hierfür in Tschechien testen lassen. Am 12. September 2007 lag das Ergebnis vor: Weder der Vater noch die Mutter waren die biologischen Eltern von Nikola! Dass eine Vertauschung vorlag, war nun offensichtlich und das zweite beteiligte Kind wurde daraufhin schnell gefunden. Auch für dessen Elternpaar brach eine Welt zusammen.

Die schicksalhafte Verbindung zwischen beiden Kindern und ihren Familien zeigt sich im Combin der Mädchen sehr deutlich. Hier steht der Neptun, mit einem Orbis von nur 20 Bogenminuten am IC, in weiter Opposition zu Mond und Saturn. In der Halbsumme zum MC stehen Mond und Saturn exakt und formen die Halbsummenstruktur: MC = Ne = Mo/Sa. In der Halbsumme des AC steht So/Pl.

CombinNikVero

Combin der beiden Mädchen

Planetenbilder, die sich in den individuellen Achsen MC und AC spiegeln sind topp dominant, so dass sich auch hier die Hauptthemen einer Verbindung widerspiegeln:

Mond/Neptun=Unklarheiten in Bezug auf die Mutter oder Herkunft,
=Auflösung des Mutterbildes, die „falsche Mutter“, Stiefmutter,
=Ängste, sich emotional wie betäubt fühlen, Gefühlsverwirrung.

Mond/Saturn=Trennung von der Mutter, Ablehnungserfahrung,
=Störung im Urvertrauen, emotionale Schutzmauern,
=sich emotional verschließen, abkapseln.

Sonne/Pluto=Krise, Loslassen müssen, Wandlung des Vaterbildes.

In beiden Geburtshoroskopen findet sich zudem ein T-Quadrat von AC, Mond und Chiron, was die Dominanz eines „verletzten Mutterbildes“ um ein weiteres unterstreicht.

Die Transite zum Zeitpunkt der Entdeckung der Vertauschung sprechen Bände:

CombTrans

Combin mit Transiten vom 12.9.2007

Transit-Lilith steht auf dem Aszendenten und löst das T-Quadrat AC, Mond, Chiron aus. Transit-Venus am MC löst Neptun am IC sowie die Halbsumme Mo/Sa aus, und die laufende Sonne steht in Konjunktion zum absteigenden Mondknoten, während der laufende Mars im Quadrat zur Knotenachse steht. Ein schicksalhaftes Ereignis bahnte sich an diesem Tag seinen Weg ins Bewusstsein.

Die applikative Opposition von Mond und Neptun hat einen Orbis von 9 Grad. Fast auf den Tag genau 9 Monate nach der Geburt wurde die „neptunische Vertauschung“ der beiden Kinder öffentlich, als der progressive Mond den MC erreichte. Während die Familien von da an versuchten, möglichst viel Zeit gemeinsam zu verbringen und inzwischen sogar zeitweise zusammen wohnten, um die Kinder langsam an ihre biologischen Eltern zu gewöhnen, forderten die Behörden (Saturn in 10) einen möglichst schnellen Rücktausch der Kinder. Als Zeitpunkt wurde der erste Geburtstag der Kinder festgesetzt. Dies fanden beide Elternpaare zu früh. Astrologisch gesehen, wäre die Konjunktion des progressiven Mondes mit Saturn, Mitte April 2008, ein nachvollziehbarer Zeitpunkt, zumal in dieser Zeit auch die laufende Mondknotenachse auf dem Saturn der Kinder steht.
Laut Presse hat der endgültige Rücktausch der Mädchen nun doch am 4.12.07 stattgefunden. Den Müttern ginge es sehr schlecht dabei, sie hätten Schwierigkeiten, ihre nichtbiologische Tochter loszulassen und die „richtige“ Tochter emotional anzunehmen. Eine chironische Wunde (Mond Opposition Chiron), mit der die Mädchen wohl leben lernen müssen.

(1) Zeitschrift "Stern" Nr. 48/2007, S.72-76

Weiteres ...
Das Combin und seine zeitliche Dynamik - Partnerschaft - Teil 6
Kinderhoroskope
Siamesische Zwillinge: Tabea und Lea

 

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