Sternwelten

Letzte Änderung: 17. Nov. 2008

Astrologie Magazin Sternwelten
 

Kessel Ofen Feuer

Von Monika Heer

Kessel Ofen Feuer – Köstliche Rezepte zum Feiern der Jahreskreisfeste – Ulla Janascheck, Morag MacAulay, Markus Reinheimer - 135 Seiten - 2006 – Arun-Verlag - ISBN 3-935581-77-7

Titelbild Kessel Ofen Feuer

Gleich vorab: Das neue Buch von Ulla Janascheck ist ein ganz tolles Kochbuch, es gibt nämlich die unglaublichsten Rezepte, z.B. für ein leckeres Wildschwein am Spieß oder Hirschknödel, für Kalmus-Likör, Holundersekt oder Leonores Cognac-Kuchen. Es wird erklärt, wie Walnussnudeln oder Honigsenf hergestellt werden, was ein Traumrevier-Eintopf ist und welche Hühnersuppe Winterschwäche und Erkältungen vertreibt. Und ganz und gar ungewöhnlich sind auch die Mengenangaben einiger Rezepte, mit dem Wildschwein am Spieß können Sie gleich eine Gesellschaft von 20-40 Personen verköstigen.

Nun ist das Kochen eine Kunst, die wahrlich nicht jede/r beherrscht, aber dieses Buch liefert für alle Rezepte eine handfeste Beschreibung, so dass selbst schwierig anmutende Gerichte für Ungeübte kochbar sind. Gleich zu Beginn gibt es eine fachkundige Abhandlung zum Kochen, Braten und Backen und selbst das Segnen der Speisen in den verschiedenen Traditionen wird beschrieben. Außerdem sind hilfreiche Gnome und Waldelfen auf den Seiten unterwegs, um mit ihren Tipps die eine oder andere Hilfestellung zu bieten.

Das Zubereiten der Nahrung selbst wird eingebettet in eine Philosophie des Weiblichen und damit erscheint das Kochen, Braten und Backen schon beim Lesen als ein zutiefst alchemistischer Prozess, selbst ohne dreibeinigen Kessel über einem Herdfeuer.

Bleibt noch die Frage zu klären, warum dieses Kochbuch einen Platz in der Küche des Astrologen haben sollte? Im Untertitel zu „Kessel Ofen Feuer“ klingt an, dass die köstlichen Rezepte zum Feiern der Jahreskreisfeste gedacht sind.

Diese Feste beruhen auf der altüberlieferten Acht-Teilung des Tierkreises, die ihre Wurzeln in den ersten Kulturen der Menschheitsgeschichte hat *. Jedes dieser acht Feste wird zunächst in seiner Bedeutung ausführlich erklärt und es gibt Anregungen, wie diese Jahreszeitenfeste heute gefeiert werden können. Bemerkenswert zu sehen ist hier, wie einzelne Nahrungsmittel früher entlang der Jahreszeiten in der Küche verarbeitet und verspeist wurden. Der verlorene Zugang zu den natürlichen Zyklen und dem Weisheitswissen unserer Vorfahren scheint auf, ein – im wahrsten Sinne des Wortes - sinnlicher Zugang zur Astrologie öffnet sich, verbunden mit einem Dank an die Erde, die uns alle mit ihren Gaben ernährt.

Dieses Dankeschön steht übrigens gleich im ersten Satz des Vorwortes, eine schöne Geste, die vor allem urbane und postmoderne Astrologen daran erinnern mag, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen.

Die farbenfrohen Illustrationen von Markus Reinheimer tragen ihren Teil dazu bei, dass ich dieses Buch gerne in die Hand nehme und Lust bekommen habe, das nächste Fest im Jahreskreis mit FreundInnen gemeinsam zu feiern.

* Noch ein Lesetipp an dieser Stelle: Conny Salvato-Kober hat sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Jahresfeste gemacht.

 

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